"Wir taufen Dich mit Feuer, denn das brauchten wir, um in die Lüfte zu kommen mit Sand oder Gras, denn auf die Erde wollten wir zurück mit Champagner, um die gelungene Landung zu feiern."
Mit diesen Worten begleitet der Pilot die legendäre Taufe der Ballonfahrer und weiht damit seine Passagiere in eine Jahrhunderte alte Tradition ein:
Im Jahre des Herrn 1783 begründeten die Gebrüder Montgolfier mit einem Ballon aus Papier und Tuch die bemannte Luftfahrt. Über einem Feuer aus Stroh und Schafwolle füllten sie die Hülle mit dichtem Rauch, bis sich das Gefährt in den Himmel erhob.
Die ländliche Bevölkerung reagierte heftig auf die mit Rauch gefüllten Kugeln, die auf ihren Feldern landeten:
Sie stürmten die Gondeln und erschlugen die Insassen, da sie glaubten, der Teufel würde mit seinen Höllenengeln die Erde heimsuchen.
Angesichts dieses lebensgefährlichen Aberglaubens nahmen die Piloten Champagnerflaschen mit auf ihre Luftfahrten, um die Mordlust der trinkfreudigen Bauern zu beschwichtigen, und zum Beweis, daß die Besatzung auch von der Erde kam.
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In der kurz darauf folgenden Französischen Revolution wurde ausgerechnet der Champagner den Luftpionieren zum Verhängnis: Die edlen Flaschen galten den revolutionären Bauern als Beweis, daß die Luftfahrer zwar nicht aus der Hölle, aber aus dem Adel stammten, was ungefähr aufs Gleiche hinauslief - die Bauern erschlugen weiterhin die Balloninsassen.
Die Luftfahrtunternehmer suchten nach einer Möglichkeit, das tödliche Ende ihrer Landausflüge abzuwenden.
Eine Parodie auf die Traditionen der verpönten Oberschicht schien die Lösung des Problems zu sein: In den Kleidern des gemeinen Volkes stiegen die Passagiere aus dem Gefährt und ernannten vor den versammelten Bauern den Piloten zum Hohepriester, der das Volk mit Champagner taufte und feierlich in den Adelstand erhob.
Seit dieser Zeit ist die Lebenserwartung der Piloten und deren Passagiere wesentlich höher geworden, und damit dies so bleibt, wird diese Tradition von uns weitergeführt.
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